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Audrey-Hepburn-Marke schon in 2 Exemplaren bekannt
Hof/Bonn - Den Fund seines Lebens hat ein briefmarkensammelnder Briefträger aus Leopoldsgrün bei Hof gemacht: Werner Dürrschmidt erhielt für seine Sammlung eine gestempelte Marke mit dem Konterfrei der Schauspielerin Audrey Hepburn (1929-1993). Die Marke war gleich nach Drucklegung im Jahr 2001 wegen Einspruchs eines Hepburn-Sohnes verboten und nicht in Umlauf gebracht worden. Der Sammler stellte die Marke, deren Wert Experten auf 20 000 bis 50 000 Euro schätzen, im Haus der Philatelie und Postgeschichte in Bonn vor.

Der Schatz schlummerte in einem Stapel ausgerissener Briefmarken, den Dürrschmidt von der Poststelle einer Wolfsburger Firma erhalten hatte, die ihn seit einiger Zeit regelmäßig mit gebrauchten Marken beliefert. Beim Aussortieren stieß der 57jährige im vergangenen September auf eine gestempelte Sondermarke der Deutschen Post mit dem Konterfei der Schauspielerin Audrey Hepburn mit Hut und langer Zigarettenspitze. "Ich kannte die Marke nicht, hatte sie noch nie gesehen", erzählte er.

Nachfragen bei Sammlerfreunden seien ergebnislos verlaufen. Erst eine Anfrage beim Bund Deutscher Philatelisten (BDPh) habe ihn dann auf die richtige Spur gebracht. Der Mann, der seit Kindesbeinen Briefmarken sammelt, hielt ein Postwertzeichen in Händen, das es eigentlich gar nicht geben durfte. Im November fuhr Dürrschmidt nach Berlin, wo er BPP-Prüfer Hans-Dieter Schlegel das Sammlerstück vorlegte. Nach knapp sechs Wochen kam dann die erlösende Nachricht: Die Marke ist echt!

Mit dem Druck der Marke war am 28. August 2001 im Auftrag des Bundesfinanzministeriums in der Bundesdruckerei begonnen worden. Doch nach einem Einspruch eines Hepburn-Sohnes zog das Ministerium das Motiv drei Wochen später zurück. Die Deutsche Post veranlaßte daraufhin die Einstellung des Drucks und die Vernichtung der bereits hergestellten Auflage. Auf die Frage, wie die 2003 im Briefzentrum 12 (Berlin-Schönefeld) abgestempelte Marke überhaupt in Umlauf gelangen konnte, gibt es bisher keine Antwort.

Zwei Bogen mit jeweils zehn sogenannten „Druckausfallmustern“ erhielt die Post. Einer dieser Bogen liegt laut BDPh-Sprecher Rainer Wyszomirski im Keller des Bonner Posttowers, der zweite Bogen im Museum für Kommunikation in Berlin. Die Bundesdruckerei halte ebenfalls Bogen im Archiv. Unklar ist, was mit den an das Bundesfinanzministerium gelieferten drei Bogen geschehen ist. In einer Stellungnahme hatte es geheißen, es sei nicht feststellbar, ob diese Marken vollständig vernichtet worden seien.

Dürrschmidt will noch einige Zeit "Spaß haben an der Marke", sie dann aber verkaufen. Zu lange warten darf er damit nicht, denn der Wert, so die Experten in Bonn, sinkt, sobald weitere Marken auftauchen. Im Moment hat die Marke einen geschätzten Marktwert von 20 000 bis 50 000 Euro.
GÜNTER WÄCHTER – Münchner Merkur vom 7.1.2005

Inzwischen ist ein zweites Exemplar aufgetaucht, das auf der Heinrich-Köhler-Auktion im Juni 2005 im Kurhaus Wiesbaden zum Verkauf angeboten wird. Wir werden in der MICHEL-Rundschau 3/2005 im März einen Bericht liefern.
 
 
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