50 Jahre Farbfernsehen

05.09.2017

MIR 8 2017 Seite 14-6(mi) Willy Brandt ist als regierender Bürgermeister von West-Berlin, für die Ostpolitik und seine als Reform-Ära wahrgenommene Kanzlerschaft (1969–1974) bekannt. Aber auch ein Durchbruch in der Fernsehtechnik verbindet sich mit seinem Namen: Als Vizekanzler läutete der Sozialdemokrat am 25. August 1967 um 10.57 Uhr die Ära des Farbfernsehens in Deutschland ein.

 

Auf der 25. Funkausstellung in Berlin drückte er einen faustgroßen, roten Knopf, und das Fernsehbild sprang von Schwarzweiß auf Farbe um. Damit war die Bundesrepublik Deutschland zwar Vorreiter in Europa, allerdings nicht weltweit: In den USA, Kanada und Japan konnte schon seit den 1950er Jahren in Farbe ferngesehen werden.

 

Das erste Farbbild im Deutschen Fernsehen war ein Diapositiv der Funkausstellung mit dem Daumen Willy Brandts auf dem roten Knopf. Die nächste Kameraeinstellung in Farbe zeigte den Erfinder des Farbfernsehsystems PAL, den Telefunken-Ingenieur Walter Bruch. Zum Zeitpunkt der Einführung des Farbfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland gab es hierzulande erst rund 5800 Farbfernsehgeräte. Der Durchbruch erfolgte mit den Olympischen Spielen in München 1972 und der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Der Anschaffungspreis war mit etwa 2000 DM zwar relativ teuer, dennoch wurden bereits Anfang der 1970er Jahre jährlich bis zu 1,4 Millionen Farbfernsehgeräte verkauft.

 

Das Motiv ist von Andreas Ahrens aus Hannover entworfen worden. Erstausgabetag: 10. August 2017.

 

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