An die MICHEL-Redaktion: Auch in Linienzähnung?

06.11.2017

MiR 11 2017 Inhalt fertig(mi) Liebe MICHEL-Redaktion,

 

laut MICHEL-Nordeuropa 2016/2017 gibt es bei Island MiNr. 220 nur die Kammzähnung. Mir liegt aber ein Exemplar vor, das eine Linienzähnung aufzuweisen scheint.

 

Mit freundlichen Grüßen

Joachim D.

 

Sehr geehrter Herr D.,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir an Herrn Roland Daebel, Prüfer des Gebietes Island im Bund Philatelistischer Prüfer, weitergegeben haben. Wie er uns bestätigt, kommen die bei De La Rue in London hergestellten, großformatigen Briefmarken dieser Zeit nur in Kammzähnung vor – wie im MICHEL angegeben.

 

Dass die Zähne Ihrer Marke rechts oben und rechts unten dennoch unregelmäßig aussehen, ist nicht die typische Folge einer Linienzähnung, sondern das Ergebnis des Fortrückens des Zähnungskamms bei der Kammzähnung. Der Bogen wurde liegend perforiert, wie im Beispielbild anhand der MiNr. 220 dargestellt. Der Kamm perforierte jeweils drei Markenseiten auf einmal und rückte dann zur nächsten Markenreihe weiter, und zwar so, dass die jeweils letzten Zähne schmaler ausfielen – die sogenannten Ausgleichszähne. Sie erkennen die Kammzähnung hier also daran, dass die linken Ecken der aufrecht stehenden Marke gleichmäßig ausfallen.

 

Grundsätzlich gesehen sind bei Marken in Kammzähnung immer nur diejenigen Ecken garantiert regelmäßig, die während eines Kammschlages erzeugt werden. Bei der Linienzähnung dagegen sind meist alle Ecken einer Marke unregelmäßig.

 

Mit freundlichen Grüßen

MICHEL

 

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