Weihnachten: Altar der Stadtpatrone im Kölner Dom

22.12.2017

MiR 11 2017 Inhalt fertig-4(mi) Die diesjährige Marke aus der Serie „Weihnachten“ mit Zuschlag zur Unterstützung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. schmückt eines der bekanntesten Motive aus dem Neuen Testament: Die Aufwartung der Heiligen Drei Könige bei der Jungfrau Maria und dem Jesuskind in Bethlehem.

 

Abgebildet ist der Mittelteil des „Altars der Stadtpatrone“ im Kölner Dom, wie ihn der Kölner Maler Stefan Lochner um 1442 geschaffen hat. Seine Botschaft: Als wehrloser Säugling hat sich Gottes Sohn unter die Menschen begeben, um einer von ihnen zu werden.

 

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde Stefan Lochner in Meersburg am Bodensee geboren. In Kölner Urkunden wird er von 1442 an erwähnt, 1447 erwarb er das Kölner Bürgerrecht. Bald wurde der Maler mit seinen entrückten Madonnen und flatternden Engelschören vor Goldgrund zum berühmtesten Künstler der Domstadt. Stefan Lochner starb 1451 an der in Köln grassierenden Pest. Der Flügelaltar, auch Dreikönigsaltar oder Kölner Dombild genannt, ist das bedeutendste Werk der spätgotischen Kölner Malerschule.

 

Stefan Lochners beträchtlicher Nachruhm speist sich vor allem aus der Tatsache, dass er der einzige Künstler der Kölner Malerschule ist, dessen Name sich mit großer Wahrscheinlichkeit einem Werk zuordnen lässt. Dass Lochners Urheberschaft des „Altars der Stadtpatrone“ festzustehen scheint, verdankt sich einem anderen Malergenie. Der Nürnberger Albrecht Dürer (1471–1528) notierte auf seiner Durchreise 1520 in sein Ausgabenbuch, dass er sich den Flügelaltar von „maister Steffan“ gegen ein Trinkgeld zur Ansicht aufklappen ließ. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Triptychon noch in der Kölner Ratskapelle, ehe es um 1810 in den Kölner Dom gebracht wurde.

 

Das Motiv ist von Professor Heribert Birnbach aus Bonn entworfen worden. Erstausgabetag: 2. November 2017.

 

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