Burgen und Schlösser: Schloss Friedenstein zu Gotha

11.04.2018

MiR 3 2018 druckreif-4(mi) Landschaftsüberragend erhebt sich auf einem Hügel über der Gothaer Altstadt, umringt von Park und Orangeriegarten, das imposante Schloss Friedenstein. Der größte Schlossbau Thüringens ist zugleich eines der am besten erhaltenen Baudenkmäler des Frühbarock. Von 1643 bis 1918 war Friedenstein Residenz und Verwaltungssitz des Herzogtums Sachsen-Gotha und seiner Folgeherzogtümer. Als „Barockes Universum Gotha“ locken die herausragende Architektur, die prunkvollen Einrichtungen und weltbekannten Sammlungen jährlich Hunderttausende Besucher an.

 

Im Jahre 1640 erhielt Ernst I. (1601–1675) aus dem Hause Wettin infolge einer Erbteilung das Herzogtum Sachsen-Gotha und erhob Gotha zur Residenzstadt. Noch während des Dreißigjährigen Krieges ließ er auf den Ruinen der Burg Grimmenstein den Grundstein für ein neues Schloss legen. Zwischen 1643 und 1654 entstand nach den Plänen des Architekten Caspar Vogel (ca. 1600–1663) eine mächtige Anlage. Angesichts der Zerstörungen des langen und grausamen Krieges gab Ernst I., genannt der Fromme, seiner neuen Residenz den symbolträchtigen Namen „Friedenstein“. Von Beginn an hatte das Gebäude beträchtliche Ausmaße, sodass in den folgenden Jahrhunderten keine baulichen Erweiterungen notwendig waren. Bis heute befindet sich das Schloss innen wie außen weitestgehend im Originalzustand.

 

Weltweit einzigartig sind die vielfältigen wie umfangreichen kunstgeschichtlichen, historischen und naturkundlichen Bestände. Zu sehen sind sie im Schlossmuseum, dem Historischen Museum sowie dem Museum der Natur. Betreut von der 2004 gegründeten Stiftung Schloss Friedenstein Gotha ist ein Teil der Gothaer Kunstsammlungen im separat erbauten Herzoglichen Museum untergebracht. Das berühmteste Exponat der Ausstellung ist das „Gothaer Liebespaar“, das erste großformatige Doppelbildnis der deutschen Tafelmalerei. Glanzstück auf Schloss Friedenstein ist das Ekhof-Theater, das älteste Barocktheater der Welt mit noch existierender und funktionierender Bühnenmaschinerie.

 

Das Motiv ist von Nicole Elsenbach, Hückeswagen und Frank Fienbork aus Utting am Ammersee entworfen worden. Erstausgabetag: 1. März 2018.

 

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