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Bei der Freiburger Versteigerung der Deutschen Briefmarken AG standen in der 11. Großposten-Auktion des Hauses umfangreiche Sammlungen und Händlerbestände im Mittelpunkt. Besonders gefragt waren weltweit angelegte Lagerbestände mit hohem Ausbaupotenzial, die bei Großsammlern und professionellen Bietern auf reges Interesse stießen.

Den Spitzenpreis der Auktion erzielte Los 100 mit 143.500 Euro. Der außergewöhnliche Nachlass umfasste mehr als 400 Alben mit nahezu allen Sammelgebieten Europas und Übersee ab den späten 1950er Jahren bis 2023. Die überwiegend postfrisch aufgebaute Kollektion enthielt zahlreiche Spitzenwerte, darunter Ausgaben der Volksrepublik China, den österreichischen WIPA-Block, den Vaduz-Block Liechtensteins sowie den ersten Frankreich-Block. Als nahezu lückenlose Grundstocksammlung bot das Objekt enormes Potenzial für Ausbau oder Detail-Vermarktung..

Mit 75.000 Euro folgte ein weiterer spektakulärer Zuschlag, nun aus dem traditionsreichen Lagerbestand des Den Haager Briefmarkenhauses Manuskowski, das 2025 sein 100. Jubiläum beging. Mehr als 100 Alben und über 20 Boxen mit Beständen aus Kap Verde, São Tomé, Katar, Nepal, Uruguay, Oman, Paraguay, Tunesien, Vietnam und China bildeten einen beeindruckenden Querschnitt des internationalen Briefmarkenhandels.

 

Spezialisierte „Lucky 7“ mit SBZ

Ebenfalls stark nachgefragt war die sogenannte „Lucky 7“-Sammlung der Sowjetischen Besatzungszone, die 27.500 Euro erzielte. Die in 18 Leuchtturm-Alben aufgebaute Spezialsammlung überzeugte durch zahlreiche Spitzenstücke, seltene Abarten und über 370 Fotoatteste sowie Befunde. Mit einem sechsstelligen Michel-Katalogwert zählt sie zu den bedeutendsten SBZ-Sammlungen der letzten Jahre.

Weitere Manuskowski-Bestände bestätigten die hohe Nachfrage nach internationalem Lagerbestand. Eine Partie mit nahezu 30 Alben und fünf Boxen, unter anderem mit Material aus Taiwan, Japan, Korea, China, Afghanistan und Äthiopien, wurde für 22.500 Euro verkauft.

Gleich zwei Lose erreichten 20.000 Euro. Besonders bemerkenswert war ein traditionsreicher Schweiz-Nachlass mit zahlreichen klassischen Seltenheiten, darunter eine gestempelte Basler Taube, Kantonalmarken von Zürich, Genf und Waadt sowie zahlreiche attestierte Spitzenstücke der Rayon-, Strubel- und Helvetia-Ausgaben. Ergänzt wurde der Bestand durch eine hochwertige Liechtenstein-Sammlung mit Block 1 und besseren Freimarkenserien.

Ebenfalls 20.000 Euro brachte ein weiterer Manuskowski-Händlerbestand mit über 30 Alben. Die überwiegend postfrischen Bestände aus Südafrika, Thailand, den italienischen Kolonien, Belgisch-Kongo, Kuwait, Mosambik, Namibia und den spanischen Kolonien unterstrichen erneut den hervorragenden Ruf des traditionsreichen Den Haager Fachgeschäfts.

Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass umfangreiche Händlerlager und sorgfältig aufgebaute Spezialsammlungen derzeit zu den meistgefragten Objekten am Markt zählen. Besonders international ausgerichtete Bestände mit hoher Substanz und Entwicklungspotenzial erfreuen sich weiterhin einer lebhaften Nachfrage.

 

Michael Burzan, AIJP