Wildes Deutschland: Mecklenburgische Seenplatte und Reinhardswald in Hessen

28.12.2017

MiR 11 2017 Inhalt fertig-5(mi) Von oben gleicht das Land einem Spiegel, der in tausend Scherben zerbrochen ist. Überall glitzert es, überall blinken Gewässer. Den Beinamen „Land der tausend Seen“ trägt die Mecklenburgische Seenplatte nicht von ungefähr: 1117 natürliche Seen und die sie verbindenden Flüsse und Kanäle machen die Region im Nordosten Deutschlands zum größten zusammenhängenden Seengebiet Mitteleuropas.

 

Entstanden ist die Jungmoränenlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Zeit, vor etwa 15.000 bis 18.000 Jahren. Bereits um 10.000 v. Chr. war das Gebiet besiedelt – zunächst von Jägern und Fischern und ab etwa 4000 v. Chr. auch von Bauern, deren Großsteingräber erhalten blieben.

 

Die Seenplatte erstreckt sich vom Ostrand Lübecks über Schwerin in einem nach Südosten gebogenen Streifen zum Großseengebiet um die Müritz und dem Kleinseengebiet um Neustrelitz bis Eberswalde in Brandenburg. Die Müritz ist mit einer Fläche von über 100 km2 der größte See des Gebiets. Im Osten grenzt der Müritz-Nationalpark an, Deutschlands größter Nationalpark auf dem Festland. Seine vielfältigen Biotope bieten einer großen Zahl an Tier- und Pflanzenarten eine Heimat, zum Beispiel der Rohrdommel und dem seltenen Schneidried.

 

MiR 11 2017 Inhalt fertig-6Ganz im Norden des Bundeslands Hessen, zwischen Kassel und Bad Karlshafen, Hannoversch Münden und Hofgeismar, liegt der Reinhardswald. Der Sage nach soll er durch die List eines Grafen entstanden sein, der seine Ländereien im Würfelspiel an den Bischof von Paderborn verlor, aber sich ausbat, noch einmal säen und ernten zu dürfen. Anstelle von Getreide säte der findige Graf Eichen, die erst nach vielen Jahren Früchte trugen – so konnte er sein Land behalten.

 

Der über 200 km2 große Reinhardswald umfasst eine dicht bewaldete, sanft gewellte Buntsandsteinhochfläche, die seit Jahrhunderten nahezu unbewohnt ist. Tatsächlich stellt der Mittelgebirgszug nicht nur eines der größten Waldgebiete Deutschlands, sondern auch eines der am dünnsten besiedelten dar. Damit bietet der vor allem durch Eichen, Buchen, Birken und Lärchen gekennzeichnete Urwald Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten wie Hirschkäfer, Luchs, Uhu und Wanderfalke. Die höchsten Erhebungen des Reinhardswaldes sind mit 472 Metern der Gahrenberg und der Staufenberg. Bekannt ist das sagenumwobene Gebiet vor allem durch die Märchen der Brüder Grimm, deren Schauplätze im Reinhardswald zu finden sein sollen.

 

Die Motive sind von Prof. Dieter Ziegenfeuter aus Dortmund entworfen worden. Erstausgabetag: 2. November 2017.

 

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