Die bulgarischen Ausgaben der 1970er Jahre sind in ausreichenden Mengen gedruckt worden. Doch gerade in diesem Umfeld treten hin und wieder seltene und spektakuläre Abarten auf, die nicht in Katalogen erfasst sind und deshalb besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Die erste Abart, die vor einigen Wochen von der DBA Freiburg angeboten wurde, betrifft MiNr. 2491 aus dem Satz „30 Jahre Grenzschutz“ vom 15. Mai 1976. Regulär zeigt die Marke einen Grenzer mit Fernglas und Schäferhund. Bekannt geworden ist ein senkrechtes, postfrisches Oberrandpaar, bei dem die obere Marke vollständig ungezähnt blieb, während bei der unteren Marke die obere Zähnungsreihe fehlt. Diese ungewöhnliche Kombination deutet auf eine massive Störung im Zähnungsprozess hin. Das Paar wurde mit 150 Euro angesetzt, angesichts des Hundemotivs durchaus ein nachvollziehbarer Preis.
Weniger deutlich tritt der Abartencharakter bei einer abweichenden MiNr. 2549 zum 33. Kongress des Bulgarischen Volksbauernbundes vom 28. November 1976 hervor. Hier erschien bei der Badischen Briefmarken GmbH ein postfrisches Oberrandstück zu 13 Stotinki, bei dem sich der komplette Druck auf der Gummiseite befindet. Vorderseitig erscheinen die Marken weiß, auf der Rückseite hingegen findet sich das komplette Motiv mit Fahmen in Weinrot und Orange sowie grauem Rahmen mit lila Beschriftung. Diese markante Abart wurde als Einzellos gegen Gebot offeriert.
Einen Höhepunkt bildete die Abart der MiNr. 2718 zum 70. Geburtstag von Salvador Allende (1908-1973), des einstigen chilenischen Staatspräsidenten, ausgegeben am 11. Oktober 1978. In einem postfrischen Eckrand-Viererblock von links oben waren alle vier Marken auf der Gummiseite mit dem Porträt in Braun vor orangerotem Hintergrund bedruckt. Gegenüber der Auflage der regulären Marken von 150.000 Stück dürfte eine solche Einheit der Abart außerordentlich selten vorkommen. Ein entsprechender Preisansatz erfolgte bei der DBA Freiburg zu 400 Euro.
Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass es sich lohnen kann, auch bei scheinbar weniger interessanten Perioden und Ausgaben genauer hinzuschauen!
Michael Burzan, AIJP