Wenige Sammelgebiete vereinen Häufigkeit und extreme Seltenheit so eindrucksvoll wie die Briefmarken von Königin Elisabeth II. Einerseits wurden Milliarden von Dauermarken produziert, was häufig zu der Fehleinschätzung führt, Material aus ihrer Regentschaft sei generell Massenware. Andererseits gehören manche Exemplare mit echten Herstellungsfehlern zu den seltensten modernen philatelistischen Objekten.
Zunächst konzentrierte sich die Suche nach besonders raren und hochwertigen Exemplaren auf die frühe Periode mit Dauermarken der 1950er- und 1960er-Jahre, basierend auf Fotografien von Dorothy Wilding.
Einer der wertvollsten Zähnungsfehler ist eine Wilding-Ausgabe zu sieben Pence in leuchtendem Grün (zwei Phosphorbänder) aus den Jahren 1960–1967, offeriert als teilweise ungezähnter Sechserstreifen vom oberen Bogenrand (MiNr. 328 vyac Uo) / SG 617a). Die obere waagerechte Zähnung fehlt vollständig, sodass alle sechs Marken zwischen den Marken und dem Rand ungezähnt blieben. Dieses spektakuläre Stück befindet sich in postfrischer Erhaltung mit Originalgummi und gilt als die einzige bekannte Einheit dieser Variante. Ein Brandon-Zertifikat aus dem Jahr 2003 bestätigte Echtheit und Einzigartigkeit. Bei Stanley Gibbons Baldwin’s wurde 2026 ein Startpreis von 2800 britischen Pfund angesetzt.
Doreen Royan & Associates bot einen ausserordentlich seltenen Rand-Achterblock der britischen Wilding-Ausgabe von 1961 zu 2 Pence in hellrotbraun an (zwei Phosphorbänder). Dieser enthält ein Paar, das auf drei Seiten ungezähnt ist, sowie weitere markante Zähnungsfehler durch eine nach unten verschobene waagerechte Perforation. Die unteren beiden Marken sind ebenfalls auf drei Seiten ungezähnt. In hervorragender postfrischer Erhaltung wurde dieser Block auf 3600 Pfund geschätzt, wobei nur sechs postfrische Paare dieser Art existieren sollen.
Bei Robert A. Siegel Auction Galleries in den USA fand sich ein interessanter Tête-bêche-Achterblock der britischen Drei-Pence-Wilding-Ausgabe von 1960 als Imprimatur mit sehr breiten Bogenrändern oben und unten. Es wird angenommen, dass dies die einzige aus Archiven freigegebene Einheit mit kopfstehenden Zusammendrucken ist. Sie ist postfrisch, farbkräftig und trägt auf der Rückseite den Handstempel „NP Imprimatur“. Der Achterblock enthält zwei kopfstehende senkrechte Paare im Zentrum. Der katalogisierte Wert sollte 24.000 Pfund betragen, während als Startgebot 7.500 US-Dollar erwartet wurden.
Michael Burzan, AIJP