Der große Reiz der klassischen EUROPA-CEPT-Ausgaben liegt darin, dass fast alle teilnehmenden Postverwaltungen für jedes Jahr ein jeweils einheitliches Motiv übernahmen. Obwohl Farben, Nennwerte und Druckverfahren von Land zu Land variierten, blieb das zentrale Motiv im Wesentlichen identisch. Diese jährlichen Motive bieten einen faszinierenden visuellen Einblick in die Ideale, die die europäische Zusammenarbeit der Nachkriegszeit inspirierten.
Das für das Jahr 1960 ausgewählte gemeinsame Motiv stammt von Pentti Rahikainen aus Finnland. Er entwarf ein Rad, das um den Buchstaben „O“ des Wortes „EUROPA“ herum angeordnet ist und aus 19 Speichen besteht, die die Mitglieder der CEPT – der neu gegründeten Europäischen Konferenz der Post- und Telekommunikationsverwaltungen – symbolisieren. Jede Speiche des Rades stand für ein teilnehmendes Land. Das Motiv symbolisierte Fortschritt, Bewegung und die wachsende Integration der teilnehmenden Nationen. Das Rad, eine der ältesten Erfindungen der Menschheit, diente als Metapher für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt, während die wiederholte Schrift und die Abkürzung „CEPT“ unterhalb des Rades die gemeinsame europäische Identität betonten, die mit dieser Ausgabe gefördert werden sollte.
Premiere für Großbritannien und Irland
Dieser symbolische Ansatz wurde auch für die ersten EUROPA-Serien Großbritanniens und Irlands verwendet, die beide am 19. September 1960 mit Nennwerten von 6 Pence und 1/3 Schilling herausgegeben wurden. Die britischen Briefmarken wurden – wie die von Island, Italien, den Niederlanden, Spanien und der Türkei – im zweifarbigen Rastertiefdruck-Verfahren hergestellt, jedoch mit einem zusätzlichen Porträt Ihrer Majestät Königin Elizabeth und vier beschrifteten Bändern mit der Aufschrift „CONFERENCE OF EUROPEAN POSTAL & TELECOMMUNICATION ADMINISTRATIONS“. Irland verwendete einfarbigen Stichtiefdruck, ähnlich wie Dänemark, Schweden und die Schweiz. Zweifarbiger Tiefdruck wurde in Finnland, Frankreich, Deutschland und Luxemburg eingesetzt; Griechenland und Portugal bevorzugten den Offsetdruck. Nur Österreich und Liechtenstein wählten abweichende Briefmarkenmotive.
Michael Burzan, AIJP