Das Auktionshaus Gert Müller in Ettlingen bei Karlsruhe feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr entwickelt sich auch im Hinblick auf die außergewöhnlichen Auktionsergebnisse zu einem besonderen Meilenstein der Firmengeschichte.
Die 130. und 131. Auktion im Mai und August 2026 zeigten eine enorme internationale Nachfrage nach hochwertiger Philatelie, Numismatik und Sammlungen. Saal-, Telefon- und mehrere hundert Onlinebieter aus aller Welt sorgten für zahlreiche spannende Bietergefechte und teils spektakuläre Steigerungen.
Bereits die Frühjahrsauktion im Mai brachte zahlreiche Überraschungen. Eine Sammlung der Volksrepublik China 1949/2024 vervierfachte ihren Ausruf von 10.000 auf 40.000 Euro. Eine Spezialsammlung Bayern erzielte 24.000 Euro, ein reichhaltiger Nachlass Münzen und Medaillen wurde von 8.000 auf 33.000 Euro gesteigert. Ein weiterer Münznachlass brachte 50.000 Euro, während eine umfangreiche Modelleisenbahn-Sammlung für 22.500 Euro zugeschlagen wurde. Im ersten Halbjahr erreichte Gert Müller damit bereits einen neuen Firmenrekord von über 6 Millionen Euro Gesamtumsatz.
Die 131. Auktion im August setzte diese Erfolgsserie fort. Unter den Einzellosen lockten einmal mehr Top-Raritäten vieler Sammelgebiete, die kaum einmal offeriert werden.
Internationale Nachfrage bringt Rekordpreise
Zu den herausragenden philatelistischen Ergebnissen gehörte ein einzigartiger Württemberg-Brief mit Dreifarbenfrankatur Ende 1862 nach Rumänien, der von 4.000 auf 9.500 Euro getrieben wurde. Für internationales Aufsehen sorgten auch zwei weitere außergewöhnliche Frankaturen. Eine Vielfachverwendung von sieben Exemplaren der Germania 2 Mark für sieben Tauchbootbriefe steigerte sich von 8.000 auf 14.000 Euro. Noch spektakulärer die Paketkarte des Kreuzers Königsberg aus 1916: mit zwanzig Exemplaren der 10 Pfennig Germania, darunter zwei Achterblocks, erzielte sie nach 25.000 Euro Ausruf einen Zuschlag von 36.000 Euro. Der sensationelle Beleg gilt als eines der eindrucksvollsten Stücke der Philatelie von Deutsch-Ostafrika.
Auch die großen Sammlungen fanden starke internationale Käufer. Eine außergewöhnlich gehaltvolle Altdeutschland-Sammlung mit zahlreichen Spitzenwerten und Attesten erzielte 27.000 Euro. Dasselbe Resultat brachte eine herausragende Schweiz-Kollektion mit seltenen Kantonalausgaben, Doppelgenf und Basler Taube. Eine Sammlung Deutsches Reich 1872/1945 fand für 14.000 Euro Gefallen; Großbritannien 1840 bis 1951 erzielte 13.000 Euro.
Die Numismatik überzeugte ebenfalls: bis zu fünfstellige Zuschläge gab es für zahlreiche Goldmünzenpartien und Nachlässe. Eine Kollektion von 44 Goldmedaillen brachte 49.000 Euro, eine große Partie Gold- und Silberschmuck 57.000 Euro.
Insgesamt wurden bei der 131. Auktion bislang über 2,7 Millionen Euro umgesetzt, davon mehr als ein Drittel in Numismatik, Schmuck und Uhren. Der große Samstag mit internationalen Sammlungen, Nachlässen und Briefposten dauerte von 10 Uhr morgens bis nach 22 Uhr und wurde von mehr als 500 Onlinebietern begleitet.
Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll die Bedeutung einer internationalen Vermarktung und einer umfassenden Onlinepräsentation. Für Einlieferer bedeutet die Verbindung von Saal-, Telefon- und Onlineauktion den Zugang zu einem weltweiten Interessentenkreis.
Das Jubiläumsjahr in Ettlingen verspricht noch einen weiteren Höhepunkt: Die nächste internationale Großauktion findet vom 10. bis 14. November 2026 statt. Nach den beiden erfolgreichen Versteigerungen darf man auf weitere Spitzenstücke und spannende Bietergefechte gespannt sein. Kataloge gibt es kostenlos bei Gert Müller GmbH Internationale Briefmarken- und Münzauktionen, Carl-Zeiss-Straße 2, 76275 Ettlingen, Telefon +49 7243 561740, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Michael Burzan