Seit einem Jahrhundert besteht das älteste Auktionshaus für Philatelie in der Schweiz. Die Teilnahme von Corinphila an bedeutenden internationalen Philatelie-Ausstellungen 2026 hatte weltweit für zusätzliche Aufmerksamkeit gesorgt. Internationales Interesse spiegelte sich somit eindrucksvoll in den Corinphila-Versteigerungen vom 2. bis 6. Juni 2026 in Zürich. Mit einer hohen Beteiligung von Sammlern, Investoren und Händlern aus Europa, Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten und starken Ergebnissen bestätigte die Auktionsserie die anhaltend starke Nachfrage nach klassischer Spitzenphilatelie.
Den höchsten Zuschlag der gesamten Woche erzielte zum Finale das legendäre Basler Taubenpaar auf dem berühmten „Burckhardt-Brief“. Das postgeschichtliche Unikat mit der seltenen zweiten Basler Tarifstufe aus bedeutendenden Provenienzen wurde nach intensivem internationalem Bieterwettbewerb ab 150.000 Franken für CHF 209.100 verkauft und unterstrich einmal mehr die weltweite Attraktivität klassischer Schweizer Raritäten.
Zu den weiteren Höhepunkten zählte der Freitag mit den berühmten rumänischen Ochsenköpfen. Ein aussergewöhnlicher eingeschriebener Brief von 1858 von Jassy nach Galatz mit der berühmten 108-Parale-Ausgabe, einst begleitet von einer Sendung über achtzig Golddukaten und mit prominenter Provenienz aus der Sammlung Maurice Burrus, erzielte CHF 67.650 und übertraf seine Schätzung deutlich.
Bereits am ersten Auktionstag entwickelte sich ein aussergewöhnlich intensiver Wettbewerb um die klassischen Ausgaben der australischen Kolonien aus dem zweiten Teil der HONITON Collection. Besonders die berühmten Sydney Views stiessen auf grosses internationales Interesse. Mehrere Exemplare der seltenen 2-Pence-Ausgabe erzielten fünfstellige Ergebnisse; die Spitzenstücke wurden für CHF 33.210 und CHF 30.750 verkauft. Insgesamt bestätigten die Resultate die derzeit besonders starke Nachfrage nach ungebrauchten Spitzenstücken australischer Staaten, von denen zahlreiche Lose ihre britischen Katalogbewertungen deutlich übertrafen.
Die Zürcher Versteigerungsserie illustrierte eindrucksvoll die anhaltende Stärke des internationalen Marktes für gehobene klassische Briefmarken und Postgeschichte. Seltene Provenienzen, erstklassige Erhaltung und eine weltweit aktive Bieterschaft sorgten über alle Auktionstage hinweg für dynamische Wettbewerbe und zahlreiche Ergebnisse deutlich über den Erwartungen. Die nächste Corinphila-Auktionsserie mit Sonderkatalogen ist bereits für Ende November 2026 angekündigt.
Neue Publikationen
Die aktuelle Ausgabe der informativen Hauszeitschrift 'CORINPHILA GAZETTE' No. 14 mit detaillierten Auktionberichten in Englisch ist gratis per Email verfügbar (an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
Eine spannende Neuerscheinung umfasst als Bibliographie alle Corinphila Auktionen seit 1925 bis zur Frühjahrsauktion 2026. In chronologischer Reihenfolge zeigt sie die bisherigen Versteigerungen mit Geschichte des Hauses, gefolgt von einer Aufstellung nach Sammelgebieten bis hin zu sogenannten ‘Name - Sales’ der bekanntesten und berühmtesten Sammler (88 Seiten pdf-Datei, per Download über https://corinphila.ch/de/home#).
Wenngleich das Internetzeitalter viel Komfort beim Bieten bietet, bleiben die gedruckten Luxuskataloge ein Eckpfeiler der Auktionsgeschichte. Dies zeigte sich bei der PARIS-Literaturauktion bei Heinrich Köhler: ein sensationelles Los bestand aus allen Corinphila-Katalogen von 1925 bis 2024 einschließlich Beilagen, das von 2.500 Euro bis auf 5.800 Euro Zuschlagspreis getrieben wurde.
Michael Burzan, AIJP