(tb) Mit einem neuen wirtschaftlichen Modell erweitert die Deutsche Post ihren Bestand elektrisch betriebener Lastwagen. Sie vereinbarte mit Daimler Trucks und dem Nutzfahrzeugvermieter Hylane, 30 Fahrzeuge des Typs eActros 600 zu übernehmen, diese aber nicht zu kaufen, sondern mit Hylane nach gefahrenen Kilometern abzurechnen. Somit reduziert sich für die Post das Risiko, sollten die Lastwagen mit bislang nicht erkennbaren Störungen aufwarten. Den Einsatz der Fahrzeuge sieht die Post im Verkehr zwischen den Paketzentren vor. Der eActros 600 kann mit einer Akkumulatorladung bis zu 500 Kilometer fahren. Plant man die gesetzliche Ruhezeiten geschickt, lassen sich auch 1000 Kilometer bewältigen, ohne Zeit an der Ladestation zu verschwenden.
(tb) Auch in diesem Jahr erhielt die Deutsche Post den Auftrag, die Bescheide zur Rentenanpassung zu befördern. Insgesamt verschickten die Träger der gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung rund 21,5 Millionen Sendungen, davon etwa 1,1 Millionen ins Ausland. Die Deutsche Post beförderte die Sendungen nicht nur, sondern bot den Absendern einen Rundum-Service. Diese brauchten nur die Daten elektronisch zu übermitteln, die Post übernahm Druck, Kuvertierung, Transport, Sortierung und Zustellung. Der Versand erfolgte ab dem 14. Juni, die Rentenerhöhungen wurden zum 1. Juli wirksam.
(tb) Die Deutsche Post baut ihr humanitäres Engagement aus. Mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) schloss sie eine Partnerschaft. Im Vertrag vereinbarten beide Seiten, die bereits bestehenden Aktivitäten in Kenia, im Libanon, Sudan und in der Türkei zu verstärken, zudem Programme für den Aufbau neuer Kapazitäten in Griechenland und Panama zu entwickeln. Die in Genf sitzende IOM gehört zu den Organisationen der Vereinten Nationen und zählt 173 Mitglieder. Jüngst geriet sie wie ähnliche Organisationen in Turbulenzen, da ein Mitgliedsland, die Vereinigten Staaten, eine nur schwer nachvollziehbare Politik verfolgt.
(tb) In Großbritannien übernahm die Deutsche Post eine Minderheitenbeteiligung am Paketdienst Evri. Dieser gehört zu den bedeutendsten Anbietern am Markt und soll weiterhin eigenständig auftreten und agieren. Organisatorisch wird er in das Netz von DHL eSolutions integriert, dem für den Internet-Versandhandel zuständigen Konzernbereich. Somit erhält Evri Zugang zu den weltweiten Transport- und Zustellangeboten der Deutschen Post. Zudem überführt der Konzern DHL UK Mail in das neue Unternehmen. In Großbritannien entsteht durch den Zusammenschluss ein Integrator, der im Jahr jeweils gut eine Milliarde Pakete und Geschäftsbriefe zustellt.
(tb) Seit dem Februar erprobt die Deutsche Post einen Lastwagen von Scania, der zwar weitgehend elektrisch fährt, aber auch über einen kleinen Dieselmotor verfügt, der über einen angeflanschten Generator Strom erzeugen kann. Während der ersten hundert Tage legte der Lastwagen rund 22.000 Kilometer zurück. Dabei stieß er 90 Prozent weniger klimaschädliches Kohlendioxid aus als Lastwagen mit herkömmlichem Dieselmotor. Die Deutsche Post betrachtet das Konzept als Brückentechnologie, da bislang nur Akkumulatoren zur Verfügung stehen, mit denen Lastwagen im Nahverkehr betrieben werden können. Für längere Distanzen reicht entweder die Kapazität vorhandener Speicher nicht aus oder sinkt die Nutzlast des Fahrzeuges unter ein wirtschaftlich vertretbares Maß, da die Akkumulatoren zu viel Gewicht auf die Waage bringen.
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